barking dog 2

Kryptorchismus

Kryptorchismus bezeichnet verschiedene Arten von Hodenfehlern. In den meisten Fällen sind es verborgene, d.h. nicht abgestiegene Hoden. Seltener sind nicht vorhandene Hoden (z.B. Monorchid, wenn nur ein Hoden vorhanden ist).

Die Hoden befinden sich beim Embyo zunächst im Bauchraum in der Nähe der Nieren. Bereits während der Trächtigkeit beginnt der Abstieg der Hoden in Richtung ihrer zukünftigen Lage. Bei der Geburt liegen die Hoden der Welpen im Leistenkanal und wandern pränatal durch den Leistenkanal ins Skrotum (Hodensack). Der vollständige dauerhafte Abstieg sollte zwischen 8 und 12 Wochen abgeschlossen sein. Da sich der Leistenkanal im Laufe des Wachstums verengt, wird er für die Hoden, die nicht rechtzeitig abgestiegen sind, unpassierbar.

Bei frühen Wurfkontrollen sind die Hoden noch nicht fest im Skrotum fixiert und daher evtl an einem Tag fühlbar, am nächsten Tag nicht. Es ist auch denkbar, dass dies durch Verkrampfung des Welpen beim Abtasten durch fremde Personen zusätzlich begünstigt wird. Falls bei einer Wurfkontrolle ein Hoden nicht fühlbar ist, darf keinesfalls von einem Hodenfehler gesprochen werden. Der Zustand sollte jedoch im Protokoll fesgehalten werden und möglichst später, evtl. bei der nächsten Impung nachkontrolliert werden. In den meisten Fällen ist schon eine Woche später nach Abgabe an den Besitzer alles in Ordnung.

Bei nicht abgestiegenen Hoden unterscheidet man zwischen zwischen inguinalem Kryptorchismus (Hoden befindet sich in der Leistengegend) und abdominalem Kryptorchismus (der/die Hoden befinden sich in der Bauchhöhle). Das vorkommen ist meist einseitig, seltener beidseitig und die Häufigkeit wird mit 1 - 7 % bei verschiedenen Rassen beschrieben.

Bei nicht abgestiegenen Hoden kann es zur Tumorbildung kommen, zumal diese von der Natur nicht für die Temperatur im Bauchraum konzipiert sind. Es wird empfohlen per Ultraschall die Hoden zu lokalisieren und innerhalb der ersten drei Lebensjahre operativ zu entfernen. In der Regel wird dann auch der gesunde abgestiegene Hoden mit entfernt, da betroffene Hunde nicht in der Zucht eingesetzt werden dürfen, da die Anlage hierzu erblich ist.

Die Anlage zu Kryptorchismus wird rezessiv vererbt. Es ist zwar ein geschlechtsgebundenes Merkmal, die Anlage hierzu wird jedoch von Rüde und Hündin gleichermassen weitervererbt, so dass die Anlage dazu nicht völlig ausgemerzt werden kann und Hodenfehler immer wieder einmal auftreten können.